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Morelia viridis Zuchtformen

 

 

Die Entstehung einer Zuchtform basiert oftmals auf zufälligem Auftreten bei Nachzuchten. Wird aber  in der nächsten Generation oder den nächsten Generationen, diese Besonderheit wieder gezielt heraus gezüchtet, dann spricht man von einer Zuchtform, da sich die gewünschte Ausprägung nun manifestiert hat.

 

Oft wird behauptet, die Namen dienen dem Züchter, um die Tiere zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Dies ist so nicht richtig, denn diese Namen für Zuchtformen haben sich innerhalb der Züchterkreise etabliert und dienen dazu, bestimmte morphologische Ausprägungen einzuordnen, wie es auch bei der Namensgebung von Lokal-Formen angewendet wird. Wenn also jemand von High- Yellow spricht, ist es genauso eine  Zuordnung wie bei den Lokal-Formen, denn hier weiß man auch, was der Begriff Sorong über das Erscheinungsbild dieses Typs aussagt.

 

Es ist jedoch richtig, dass bestimmte Zuchtformen erheblich teurer gehandelt werden, als die Lokal-Formen. Da es sich hier um freie Marktwirtschaft handelt, erklärt sich dies von selbst: Hohe Nachfrage und kleines Angebot führen zu höheren Preisen. Da die Begehrlichkeit dieser oft spektakulären Zuchtformen sehr hoch ist und die Nachzucht noch recht selten ist, wird sich daran wohl sobald auch nichts ändern.

Es handelt sich hier nicht um Hybride oder Kreuzungen, wie vielfach behauptet wird!

Verpaarungen innerhalb derselben Art, Morelia viridis x Morelia viridis- bleiben dieselbe Art: Morelia viridis!

 

Da hierbei auf einen größeren Genpool zugegriffen wird, als bei der Zucht von Lokal-Formen, verringert sich erheblich das Risiko von Gendefekten innerhalb dieser Zuchten.

 

Ein Thema, welches immer wieder unter den Chondro-Züchtern diskutiert wird ist, dass nur die Lokal-Formen untereinander verpaart werden dürfen, weil alle andere Zuchtformen Hybriden sind. Oder aber es wird argumentiert, dass nur die "Reinzucht" der Lokal-Formen genetisch einwandfreie Chondros sind.

Ich bin ein Befürworter der Zucht von Lokal-Formen, wenn der unwiderlegbare Beweis zur Herkunft der Zuchttiere erbracht wird. Hier tauchen dann aber die angebrachten Zweifel auf, denn ich kann nicht die Herkunft meiner Tiere bis zu ihrem Fundort zurück verfolgen! Kein Züchter kann einen unstrittigen Beweis für den exakten Fundort seiner Tiere erbringen. 

Eine Zuordnung aufgrund irgendwelcher Merkmale halte ich für sehr gewagt, denn diese Vorgehensweise hat absolut keinen wissenschaftlichen Wert. Nun stellt sich die Frage, was ist denn der Typus eigentlich?
Wie definieren sich denn Verbreitungsvarianten der verschiedenen Tiere?


Nun etwas zu den Verbreitungsgebieten und den dortigen angeblichen Phänotypen.
Für mich heißt dieses, dass es sich um einen klar abgegrenzten geographischen Raum handelt, in dem alle Tiere die gleichen morphologischen Merkmale aufweisen.
Eine Überschneidung zu anderen Arealen mit Tieren der gleichen Art (aber anderen morphologischen Ausprägungen) ist nicht gegeben. Es befinden sich unüberwindbare Hindernisse zwischen den verschiedenen Arealen. Entweder hohe Gebirgszüge oder große Wasserdistanzen, welche nicht durch Strömungen und Verschleppung durch den Menschen eine Einbürgerung im anderen Habitat ermöglichen.

Des Weiteren dürfen Tiere eines bestimmten Verbreitungsgebietes nur hier vorkommen. Es gibt also in anderen Verbreitungsgebieten keine Tiere, die die gleichen morphologischen Ausprägungen aufweisen. Der Nachweis, dass das aber nicht so ist, wurde schon mehrfach erbracht.

Die Sache wird auch nicht leichter, wenn man bedenkt, dass es seit Jahren ein Ausfuhrverbot für Wildfänge aus Indonesien gibt. Denn dies führt dazu, dass Exporteure die Tiere anders deklarieren, damit sie legal werden. WF kann dann schon mal FZ werden, oder aber ein Drittstaat ist der Herkunftsstaat. Was noch alles gemacht wird, um die Ausfuhren dann zu legalen Einfuhren in den Abnehmerländern zu machen, bleibt nur zu erahnen.

Wer will da wirklich noch behaupten, dass er 100%ig den Nachweis für die Herkunft seiner Tiere erbringen kann.

Mein Fazit: Ich züchte Chondros die Schön und gesund sein sollen.
Daher verzichte ich darauf, die Tiere anhand ihres Aussehens nach dem Schlupf den Verbreitungsgebieten anzupassen.
Meine Zuchten teile ich in die zwei Oberbegriffe Lokal-Formen und Zucht-Formen ein. Diese Unterteilung basiert auf Trivialnamen, die sich im Laufe der Zeit bei den Chondro-Züchtern etabliert haben. Es handelt sich aber immer um morphologische Erscheinungen, die zu diesen Trivialnamen führen. Wenn also Namen, wie „Sorong“ oder aber „High-Yellow“, verwendet werden, beschreiben diese Namen zwar bestimmte morphologische Ausprägungen, sagen aber trotzdem nichts über die Herkunft aus.

Dennoch hat diese Vorgehensweise Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind: Denn somit hat sich eine Terminologie bei Chondro-Züchtern und -Haltern  durchgesetzt, die sich grundsätzlich an dem Aussehen der Tiere orientiert.

Da aber immer wieder irgendwelche neuen Namen auftauchen, wird es immer schwieriger sich unter diesen neuen  Namen das Aussehen der Tiere vorzustellen. Es spielt hierbei keine Rolle ob die Namen auf geografischen Regionen oder Farbformen basieren. In beiden Fällen ist immer damit zu rechnen, dass kreative Züchter eventuell einen Namen kreiert haben, um Tiere besser oder teurer zu verkaufen. Allein der Gedanke, dass es mal Tiere von allen indonesischen Inseln gibt, lässt nur erahnen, wie viele Namen da noch vergeben werden können. Natürlich gibt es immer wieder neue Fundorte und somit auch Namen nach Verbreitung, aber wer will diese Angaben überprüfen?

Bei den Zuchtformen sieht es da schon etwas anders aus, denn hier kann man den Werdegang der Nachzucht belegen. Hier werden gezielt Tiere verpaart, von denen man erwartet, dass die Nachzucht hiervon besondere Merkmale aufweist. Da oftmals Tiere von bestimmten Lokalformen eingekreuzt werden, ergibt sich auch der Vorteil, dass hier eine größere Vielfalt im Genpool vorliegt.

 

Aber die Variabilität der Morphologie ist bei Morelia viridis größer als wohl bei allen anderen Schlangen. kann man oftmals erst in der zweiten Nachzucht-Generation sagen, wie diese Nachkommen aussehen können.


 

- Meine Nachzuchten werden grundsätzlich einzeln gehalten, so dass ich alle Vorkommnisse, wie Fütterungen, Häutungen usw. stets nachvollziehen kann.

- Es werden nur einwandfreie und futterfeste Nachzuchttiere abgegeben. 

- Meine Tiere sind alle ordnungsbehördlich gemeldet und somit erhalten die neuen Besitzer selbstverständlich einen Herkunftsnachweis zur Vorlage bei Ihrer zuständigen Behörde.

- Geschlechtsbestimmungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen aber ohne 100%ige  Gewähr.

- Hilfestellung auch nach dem Erwerb sind für mich selbstverständlich!

 

Der Chondro ist schwer zu halten und somit nur etwas für die Profis in der Schlangenhaltung! Diese Aussage wird oft von Haltern gemacht, die sich selbst für die perfekten Schlangenhalter halten. Richtig ist, dass auch diese Tiere -bei Einhaltung der richtigen Parameter- genauso schwer oder leicht zu halten sind, wie die meisten anderen Arten auch. Wer sich mit dem Thema "Chondro" befasst und sich mal bei einem Züchter umsieht, wird bemerken, dass die Haltung lange nicht so kompliziert ist, wie manche Leute einem Glauben machen wollen.


Vorurteile 

Chondros sind bissig! Es sind definitiv keine Tiere, die sich für einen Streichelzoo oder Schlangentänze eignen, aber gelegentliches (nötiges) Handling betreibe ich bei fast allen meinen Tieren ohne Hilfsmittel wie: Haken oder Handschuhe. Diese Verrichtungen finden aber in den hellen Tagesstunden statt, denn die Dunkelheit ist Jagdzeit und dann reagieren die Tiere natürlich schnell mal auf eine Bewegung und schlagen in die Hand, weil sie diese für Beute halten. Dies hat aber nichts mit Aggressivität zu tun! Natürlich gibt es auch bei den Chondros Individuen, die ein stärker ausgeprägtes Abwehrverhalten haben.... aber schließlich sind es auch Wildtiere! 


 Diskussion

 

Chondros sind keine Anfängerschlangen!  Was ist eine "Anfängerschlange? Sind das Tiere bei denen ich ohne Wissen und Vorbereitung einfach mal üben kann? Oder aber sind es Tiere, bei denen der finanzielle Wert so niedrig ist, dass der Verlust nicht so schmerzt? In beiden Fällen bin ich der Meinung, dass sind Einstellungen, die mit Tierhaltung nichts zu tun haben! Ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht die falschen Schlangen für die Halter gibt, sondern umgekehrt: Schlangen geraten an die falschen Halter mit der falschen Einstellung! 

 


Wundertüte Chondro !

 

 

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