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Schlangenmilbe (Ophionyssus natricis)

Quellenhinweis Foto: Kalle Berglof (Schweden) mit freundlicher Genehmigung von boa-constrictors.com

 

Milben sind kleine Ektoparasiten (Spinnentiere), die mit über 30000 Arten weltweit verbreitet sind. Die bedeutendste Schlangenmilbe ist die Ophionyssus natricis, eine Blutsaugende Milbe. Die Eier entwickeln sich bei optimalen Bedingungen (26°C und über 75% Luftfeuchtigkeit) innerhalb von 7-16 Tagen zur fertigen Milbe. Die Entwicklung läuft über drei Larven bzw. Nymphenstadien.
Die so genannte Protonymphe kann ca. 30 Tage, die fertig entwickelte Milbe ca. 40 Tage ohne Nahrung (Blut) überleben. Hierbei kann sie weite Strecken hinter sich bringen. Ein Milbenweibchen kann innerhalb von 2 Wochen ca. 40-60 Eier produzieren, so das es innerhalb kürzester Zeit zu einem Massenbefall kommen kann. Die Milbe ist etwa 1 mm groß, die Farbe kann schwarz, weiß oder rot sein.
Die Milben siedeln sich gerne um die Augen an, des Weiteren findet man sie an abgespreizten Schuppen sowie dem restlichen Körper. Es ist bei einem Befall ein rastloses Umher kriechen, scheuernde Bewegungen an Gegenständen und ausgiebige Bäder, der Tiere zu beobachten.
In gravierenden Fällen kann es zu Hautentzündungen, Dehydration (Austrocknung) und Anämien (Blutarmut) kommen. Milben werden auch als Überträger von Bakterien Aeronomas, Blutparasiten Hämogregarinen und Viren angesehen.

 

Behandlung : Hierzu gibt es verschiedene Methoden die auf unterschiedlichste Weise die einzelnen Lebensstadien abtöten. Eine einmalige Anwendung wird sicherlich nicht reichen. Bei jeder Methode ist darauf zu achten das vor Ablauf von 5 Tagen diese wiederholt wird, so das Frischgeschlüpfte Larven keine Chance haben zu überleben und als adulte Milbe neue Eier zu legen.

 

Blattanex (Insektenstrip): Der Wirkstoff dieses Mittels ist Dichlorvos welches vom getränkten Strip an die Luft abgegeben und übertragen wird. Der Hautkontakt oder die orale Aufnahme von Dichlorvos ist für uns und unsere Pfleglinge zu vermeiden.
Der Insektenstrip wird in einem entsprechenden Stück abgeschnitten und in einem Strumpf, Teebeutel oder einer Dose gelegt und in das obere Drittel des Terrariums gehängt. Einmalhandschuhe eignen sich prima für den sicheren Umgang mit dem Insektenstrip. Die Größe des Insektenstrips richtet sich nach dem Rauminhalt des Terrariums. Die Lüftungen sind unbedingt abzukleben um erfolgreich gegen die Milben vorzugehen.
Des Weiteren sind alle Trinknäpfe und Badegefäße  aus dem Terrarium zu entfernen, da der Wirkstoff  wasserlöslich ist und für unsere Pfleglinge gefährlich ist.
In dieser Zeit sollte ebenfalls keine Beregnungsanlage, oder Nebler in Einsatz gehen da die Wassertropfen den Wirkstoff sofort aufnehmen würden. Nach der ersten Behandlung von 5 Tagen wird der Insektenstrip für 5 Tage entfernt und die Wassergefäße für unsere Pfleglinge werden zugänglich gemacht. Diese Vorgehensweise sollte mindestens zweimal wiederholt werden.
Der Bodengrund ist auszuwechseln, Hölzer kann man mit Seifenlauge behandeln, sicherer ist es jedoch, diese auch auszutauschen da in den Ritzen Milben überleben können.

Wir sollten dennoch nicht außer Acht lassen das diese Methode eine wahre Chemiekeule ist.

 

 

Frontline-Spray: Vor der Anwendung mit Frontline sollten sie das Tier Baden, hierbei werden keine Milben abgetötet, jedoch wird ein Großteil der Milben vom Tier abgespült. Auch bei der Behandlung von Frontline sollten sie nicht auf Handschuhe verzichten. Hierbei sprüht man Frontline in ein Tuch und lässt die Schlange der Länge nach durch das Tuch gleiten, (ausgenommen der Kopf).
Diese Anwendung führen sie alle zwei Tage ca. 2 Wochen durch  und sie sind die Plagegeister los. Nachdem sie das Tier eingerieben haben, sollten sie für etwa einen halben Tag auf Wasser verzichten.

 

Speiseöl: Alternative Behandlungsmethode ohne Chemie ist das altbewährte Olivenöl oder Sonnenblumenöl was sich sehr gut zur Bekämpfung der Milben nutzen lässt. Hier bei rührt man einen guten Schuss Öl in ca. 30°C warmes Wasser, rührt gut um und setzt dort sein Tier rein.
Vorab sollte man dem Tier aber die Möglichkeit geben, ausgiebig aus einem frisch Wasserbad zu trinken. Dadurch wird sichergestellt, das die Tiere möglichst wenig von dem Ölbad zu sich nehmen, schließlich trinken fast alle Schlangen erst einmal ausgiebig wenn man sie in Flüssigkeiten setzt.
Der Wasserstand sollte nicht höher als der Durchmesser der Schlange sein. Der Wirkmechanismus sollte jedem klar sein, die Milben ersticken unter dem Ölfilm. Nach etwa 30 min kann das Tier aus dem Bad genommen werden.
Ölig wie es ist, wird es in einem  mit Zeitungspapier ausgelegtem Quarantänebecken untergebracht. Das Terrarium sollte mit Chlorbleiche kräftig abgewaschen werden. Nach einer Woche sollte der Ölfilm auf dem Tier durch ein weiteres Bad erneuert werden.

Alle genannten Methoden haben vor und Nachteile, situationsbedingt entscheidet man sich für die eine oder andere Methode oder kombiniert sie.

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